Rückschau März 2026: „Veni Domine“

Am Sonntagabend führte das Lindauer Vokalensemble, geleitet von Jörg Heide und unter Mitwirkung des Lindauer Kirchenmusikers Burkhard Pflomm, in der gut besuchten Kirche St. Ludwig ein Konzert auf.

Abwechslungsreich war das Programm durch die unterschiedlichen Entstehungszeiten und Stile der aufgeführten Werke: der zeitliche Rahmen reichte vom Jahr 1694 bis hin zu der jüngsten Komposition aus dem Jahr 2015. Es kamen unter anderem Stücke aus dem Barock (Purcell), der Romantik (Mendelssohn, Fauré) und der Moderne (Poulenc, Pärt, Makor) zur Aufführung.

Auch in den Besetzungen war viel Abwechslung geboten: Der Frauenchor sang Werke für Chor und Orgel wie auch für Chor a capella, mehrfach teilten sich die Sängerinnen in Tutti und Soli auf. Einen besonderen klanglichen Akzent bildeten auch die von Burkhard Pflomm gespielten konzertanten Werke für Orgel solo der Komponisten Rheinberger und Langlais.

Deutlich wurde in dem Konzert, wie reizvoll und bereichernd die Beschäftigung mit Werken der Moderne sein kann – besonders hervorgehoben seien Poulencs Litanies à la Vierge Noire (1936). Francis Poulenc nimmt die katholische Tradition der Heiligenlitanei auf und mischt eine schlichte Melodie mit Elementen der Moderne: wechselnder Tonalität, scharfen Dissonanzen und großen dynamischen Unterschieden.

Bemerkenswert sind auch die „Meditationes sacrae“ (2015) des slowenischen Komponisten Andrej Makor für vierstimmigen Chor, Fingerzymbeln und auf die Töne E und A gestimmte Rotweingläser.  Dabei wird der ganze Raum durch Verteilung der einzelnen Stimmgruppen im Kirchenschiff ins Musizieren einbezogen. Kurze der Gregorianik nachempfundene Melodien münden in lang stehende Klänge. Akkorde werden stimmweise aufgebaut, um dann den zugrunde liegenden Bibeltext vierstimmig homophon unter Einbeziehung von Dissonanzen vorzutragen, immer unterlegt vom Klang der Weingläser.

Das Vokalensemble ist ein aus 20 Sängerinnen bestehender Frauenchor, dem Musiklehrerinnen und musikalisch vorgebildete Amateurinnen angehören. Der Chor profitiert davon, dass der Chorleiter Jörg Heide auch Sänger ist und daher mit dem Instrument Stimme umgehen kann. Hörbar wird das am Chorklang.

Das Publikum dankte den Aufführenden mit langem Applaus.

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